Traditionelle Thai-Massage – Ein Test

Von einer Thai-Massage hat fast jeder schon einmal etwas gehört. Doch dass es dabei vorwiegend um Akkupressur und passives Streching geht, wissen die wenigsten. Ein Test der traditionellen Behandlung in Thailand.

Die Masseurin bringt mich zur Umkleide und gibt mir einen weißen Anzug. Nach einer Verbeugung geht sie. Ich ziehe mir den übergroßen Anzug an und lege mich auf die Bodenmatte im Raum daneben, der nach draußen geöffnet ist. Ich kann die Vögel hören. Von innen kommt ganz sanft Entspannungsmusik. Die Masseurin legt ein kleines Säckchen, das den Duft von Lavendel verbreitet, auf meine Augen. Ich fange an zu entspannen.

Passives Streching

Jetzt geht es los, die Masseurin winkelt mein Bein an, bewegt mein Knie zum Bauch hin und drückt es leicht nach unten. Kurz so bleiben, dann wird die Seite gewechselt. Wirklich keine erotische Massage, passives Streching also. Im Anschluss sind meine Arme an der Reihe. Sie dreht mich zurück auf den Bauch und macht weiter. Wieder auf den Rücken, auf den Bauch, dann im Sitzen und schließlich wieder auf den Rücken. 

Massage und Akkupunktur

Mit erhöhtem Druck fährt sie in Kreisen über meinen Magen. Jetzt rollt sie mich auf den Bauch und kniet sich auf meine Oberschenkel und zieht meinen Oberkörper hoch, indem sie meine Handgelenke greift. Zurück auf den Rücken gewendet, beginnt sie mit ihren Füßen meine Oberschenkel zu massieren. Sie zieht jeden Fußzeh und ich spüre einen Druck an verschiedenen Stellen am Fuß und Unterschenkel. Sehr unangenehm. Keine erotische Massage.

Doch es wird besser. Indem die Masseurin meinen Kopf ganz vorsichtig umfasst und zu sich zieht, streicht sie über mein Gesicht. Sie knetet meine Handflächen und zieht meine Finger auseinander. Nachdem sie mich erneut in Bauchlage gebracht hat, kniet sie sich auf meine Oberschenkel. Auf meinem Rücken stützt sie sich ab, um so mit ihrem ganzen Körper auf allen Vieren auf mir zu stehen. Nach 90 Minuten ist die Thai-Massage beendet. Sie steht auf, verbeugt sich, schenkt mir ein Lächeln und geht.

Es dauert, bis ich zu mir komme, dann verlasse ich die Räume. Jetzt habe ich ein anderes Körpergefühl. Ich bin doch gelockert, wenn auch anders als nach einer Wellness- oder erotischen Massage.

Fazit:

Dass zu einer traditionellen Thai-Massage in erster Linie Akupressur und passives Streching gehört, wissen die wenigsten. Wer in seinem Urlaub eher an eine Wellness-Massage oder an eine erotische Massage denkt, ist mit einer traditionellen Thai-Massage sicher nicht gut beraten. Doch auch wenn es dabei mitunter unangenehm werden kann, darf man sich im Anschluss über einen gelockerten Körper freuen.