Lass mich dein Gott sein

Lass mich dein Gott sein
Prinzipiell besitzen wir alle die gleichen Anlagen von Geburt an. Jeder Mensch ist zu allem fähig. Durch Prägung werden wir beeinflusst und können uns auch selbst beeinflussen. Manchmal wählt jedoch das Unterbewusstsein für uns, ohne dass wir dies jedoch erkennen können.

Die Sexualität des Menschen ist in seinen Grundzügen zur Fortpflanzung gedacht. Vor, während und nach der Ausübung des sexuellen Aktes schüttet der Körper Botenstoffe aus. Diese Endorphine (Umgangssprachlich Körperchemie) lassen uns Emotionen stärker wahrnehmen. Für manche mag es wie ein Rausch sein. Jeder Mensch empfindet seine Sexualität anders. Sie wird durch Erfahrungen geprägt. Diese beginnen bereits in der Kindheit. Denn die Sexualität des Menschen ist abhängig von Gefühlen und die frühesten Gefühle werden durch die Zuneigung in der Kindheit geprägt. Zu viel oder zu wenig Zuneigung in den frühen Phasen des Heranwachsens wirken sich nun unterschiedlich auf den Menschen aus.

Extreme Sexualität entsteht aus dieser Prägung heraus und einem Verlangen. Dieses Verlangen kann verschiedene Ursachen haben. Speziell bei sadistischer Sexualität (sprich Sadomaso /-chismus) sind diese Menschen in Ihrer persönlichen Realität geprägt von einem Ungleichgewicht. Sadistische Persönlichkeiten (auf die Sexualität bezogen) haben so beispielsweise in Ihrem Berufsleben oder Familienleben das Gefühl, zu wenig Macht zu besitzen oder unterwürfig zu sein. Um dieses Ungleichgewicht zu befriedigen wird nun beispielsweise die Sexualität benutzt, auch wenn es andere Ausweichmöglichkeiten gibt.

Wenn man diese zwei Sichtweisen miteinander kombiniert, wären folglich sadistische Züge den Menschen zuzuschreiben, die eine Kindheit hatten, in der Sozialverhalten oder Dominanz falsch geprägt wurden und die sich in Ihrem Arbeitsleben und/oder Sozialleben anderen unterwerfen. Dieses Ungleichgewicht wird von dem Unterbewusstsein aufgenommen und es entsteht ein Verlangen jenes zu brechen.

Der Reiz dieses Verlangen auszuleben kann Jahre im Unterbewusstsein desjenigen schlummern. So lange, bis eine Grenze überschritten wird, in dem die Botenstoffe des Gehirns falsche Signale an den Körper geben. Erst dann bekommt der betroffene das konkrete Verlangen diese sadistischen Züge auch auszuleben.

Darf man also in diesem Zusammenhang von bizarrer Sexualität sprechen? Ist Sadomaso etwas, das abseits der Norm dem Menschen schadet?

Psychologisch gesehen kann man dieses Ungleichgewicht behandeln, indem man sein eigenes Leiden verarbeitet und die einen fesselnden Lebensumstände ändert, um ausgeglichen zu sein.

Die andere Variante, dieses Verlangen auszuleben ist deswegen nicht zu verurteilen, wenn Regeln eingehalten werden, die eine dauerhafte Verletzung der Psyche verhindern.

Die Realität sieht so aus, dass Menschen seit je her um das Kräftegleichgewicht ringen. In der Praxis existieren unzählige BDSM Studios, welche genau auf das Klientel des Sadomaso ausgerichtet sind. Die Menschen wollen quälen und sie wollen gequält werden.

Im Endeffekt muss jeder selbst seine Dämonen erst kennen und dann wissen, welche er davon im Zaum halten muss und welche er ausleben kann.