Gibt es bei Kündigung eine Abfindung?

 

Arbeitgeber versüßen ihren Mitarbeitern oft die betrieblich bedingte Kündigung mit einer Abfindung. Nach dem deutschen Recht muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht abfinden, auch wenn die Kündigung aus betrieblichen Gründen erfolgt. Ausnahme ist das Kündigungsschutzgesetz, jedoch auch nur dann, wenn der Mitarbeiter nach § 51 a KSchG auf eine Kündigungsschutzklage verzichtet. In solchen Fällen kann er eine Abfindung erhalten; eine Verpflichtung des Arbeitgebers ergibt sich jedoch nur, wenn das Arbeitsgericht dem Arbeitnehmer eine Abfindung zuspricht.

Dennoch sind viele Arbeitnehmer der Überzeugung, dass sie bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber mit einer Geldsumme abgefunden werden. Diese Auffassung resultiert aus verschiedenen Kündigungsschutzprozessen vor den zuständigen Arbeitsgerichten. Die Arbeitsgerichte erreichten einen Vergleich, in dem der Arbeitnehmer eine Abfindung erhält. Bei betrieblichen Veränderungen, wenn beispielsweise Arbeitsplätze durch Umstrukturierung oder Verkauf des Betriebs wegfallen, bieten Arbeitgeber in der Regel Aufhebungsverträge an. Um diese dem Arbeitnehmer „schmackhaft“ zu machen, enthalten die Verträge eine Abfindung. Meist verwenden Arbeitgeber die Formel: 50 Prozent des Bruttogehaltes pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Diese Formel ist nicht maßgebend, sondern die, welche der Arbeitgeber anwendet.

Fragen zu betrieblichen Kündigungen, Abfindungen und dem Kündigungsschutz beantwortet Fachanwalt Roland Sudmann. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und kennt sich in der Materie hervorragend aus. Roland Sudmann vertritt Arbeitnehmer der freien Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes sowie kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich Arbeitsrecht. Für Unternehmen fungiert er in der Mannheimer Kanzlei Philipp, Sudmann und Schendel wie eine externe Abteilung. Arbeitnehmer vertritt Fachanwalt Sudmann nicht nur in Mannheim, sondern bundesweit vor Arbeitgebern und Arbeitsgerichten.