Blutdiamanten – Der Kimberley-Prozess

Als Blutdiamanten werden Diamanten aus politischen Krisengebieten bezeichnet, mit deren Verkauf bewaffnete Konflikte finanziert werden. Oft werden diese Konflikte dadurch wesentlich verlängert, denn die Rebellenarmeen könnten sich ohne das illegale Schürfen und den Vertrieb von Diamanten nicht dauerhaft finanzieren. Erstmals ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurde dieses schwerwiegende Problem im den 1990er Jahren, als in Liberia und Sierra Leone Bürgerkriege ausgetragen wurden. Diese Kriege wurden durch illegal geschürfte Diamanten finanziert. Da somit die Diamanten direkt mit den durch Armeen verübten Menschenrechtsverletzungen verknüpft sind, und sie zudem häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen geschürft werden, versuchen viele Staaten seit Jahren den illegalen Handel mit Diamanten zu unterbinden. Aber auch im letzten Jahrzehnt wurden Diamanten in vielen Ländern noch unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut. In Zimbabwe wird die Diamantenproduktion gewaltsam durch das Militär kontrolliert.

Der Kimberley-Prozess: Zeichen gegen Blutdiamanten

Erste Gegenmaßnahmen wurden 1998 ergriffen, als der Rebellenbewegung UNITA in Angola verboten wurde, Diamanten zu verkaufen. So hoffte man, den Bürgerkrieg zu beenden. Die Bewegung hielt sich allerdings nicht an das Verbot. Deshalb kamen im Jahr 2000 Vertreter von diamantenfördernden Ländern in Südafrika in der Stadt Kimberley zusammen, um gemeinsam eine Lösung zu verhindern. Man einigte sich außerdem auf ein Selbstregulationsverfahren, Kimberley-Prozess genannt, das 2003 in Kraft getreten ist. Länder, die an diesem teilnehmen, verpflichten sich, nur Diamanten mit einem offiziellen Herkunftszertifikat zu ex- oder importieren und Kontrollbehörden einzurichten, um diese Zertifikate zu vergeben. Inzwischen sind 75 Länder am Prozess beteiligt. Allerdings ist der Prozess noch verbesserungsbedürftig, da die Selbstregulierungsmaßnahmen von Land zu Land variieren. Außerdem sind es nicht nur Rebellen, die Diamanten unter katastrophalen Bedingungen schürfen. 2009 ließ Simbabwes Präsident 200 unabhängige Diamantenschürfer töten und kontrolliert seitdem die größte Diamantenmine des Landes. Das Kimberley-Abkommen richtet sich bisher nur gegen Rebellenarmeen, über von Regierungen verübte Verbrechen gibt es noch keine Vereinbarungen. Daher wurden gegen diese Menschenrechtsverletzungen bisher keine Maßnahmen ergriffen. Es bleibt zu hoffen, dass das internationale Gremium bald handelt und den Prozess diesen Entwicklungen anpasst.

Mehr Infos zu Blutdiamanten in englischer Sprache: http://www.stopblooddiamonds.org/